Katholischer Deutscher Frauenbund
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Offener Brief des Frauenforums der Diözese Speyer an die Bistumsleitung

Als Mitglied im Frauenforum der Diözese Speyer hat der KDFB Diözesanverband an diesem Offenen Brief mitgewirkt.

Speyer, 08.10.2018

Sehr geehrter Herr Bischof Dr. Wiesemann, sehr geehrter Herr Generalvikar Sturm,
mit Spannung haben wir die Pressekonferenz am 25. September zur MHG-Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ verfolgt. Generalvikar Andreas Sturm fand bei der begleitenden Pressekonferenz klare Worte zu den nun zu ergreifenden Maßnahmen, wo und wie Kirche sich verändern muss.

Wir, die Sprecherinnen des Frauenforums im Bistum Speyer, begrüßen die Entscheidung, Fachleute von außen zu der Arbeitsgruppe, die die Fälle im Bistum Speyer aufarbeiten soll, einzubeziehen. Die Aufarbeitung muss offen geführt werden, und es müssen auch Konsequenzen aus den Ergebnissen gezogen werden.

Ebenfalls positiv zu bewerten ist der Schritt, die Stelle der Präventionsbeauftragten aufzustocken und nun paritätisch zu besetzen. Auch andere entscheidende Stellen im Bistum, beispielsweise die Leitung der Ausbildung im Pastoralseminar, sind aus unserer Sicht paritätisch zu besetzen.

Im wichtigsten Beratungsgremium des Bischofs, dem Allgemeinen Geistlichen Rat, ist bisher keine Frau vertreten. Wir fordern Sie auf, mutig und konsequent den Schritt zu gehen, und Frauen auch in den Allgemeinen Geistlichen Rat hinzuzuziehen. Auch weitere wichtige Gremien, wie der Personalausschuss, der Diözesanvermögensverwaltungsrat oder der Diözesansteuerrat, sind bisher fast ausschließlich mit Männern besetzt. Es muss jetzt etwas geschehen. Wir müssen die klerikalen Strukturen aufbrechen. Ein erster wichtiger Schritt wäre in diesem Zusammenhang auch die paritätische Besetzung der Hauptabteilungsleitungen im bischöflichen Ordinariat.

Mit Blick auf unsere Strukturen sehen wir auch in den Pfarreien Handlungsbedarf. In jedem hauptamtlichen Team müssen beide Geschlechter vertreten sein und die Leitungen mit gutem Beispiel paritätisch besetzt sein.

Verbunden mit unserer Forderung nach Gleichberechtigung in der kirchlichen Verwaltung, braucht es in der katholischen Kirche vor allem auch erste konkrete Schritte, die den Zugang von Frauen zu Weiheämtern ermöglichen. Es darf keine Denkverbote mehr geben.

Als Sprecherinnen des Frauenforums, das als Vertretung aller ehrenamtlich und hauptamtlich engagierten Frauen im Bistum fungiert, erkennen wir unsere Aufgabe innerhalb der Veränderungsprozesse in unserer Kirche und unserem Bistum an. Daher wollen wir uns auch aktiv bei der Gestaltung dieser einbringen.

Mit freundlichen Grüßen

Ute Garth, Marie-Christin Mayer, Lena Schmidt

Sprecherinnen des Frauenforums im Bistum Speyer

Download: Offener Brief des Frauenforums an die Bistumsleitung (pdf-Datei)

KDFB zum sexuellen Missbrauch in der Kirche

Gebete reichen nicht  - es ist höchste Zeit für konsequentes Handeln

KDFB Diözesanverband Speyer schließt sich der Pressemeldung des Katholischen Deutschen Frauenbundes Bundesverband vom 25.09.2018 an

 

Köln, 25.09.2018 - Das Bekanntwerden zahlloser Fälle sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen durch Priester und Ordensleute erschüttert seit Jahren weltweit die katholische Kirche. Angesichts der Zahlen in der heute veröffentlichten Missbrauchsstudie ist der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) entsetzt über das Ausmaß auch in der deutschen Kirche.

Es ist zu befürchten, dass die Dunkelziffer sehr viel höher ist, weil der Aktenbestand Lücken aufweist und viele Fälle aus Scham oder Angst nicht angezeigt werden. "Hier geht es offensichtlich nicht um Einzelfälle, sondern um ein strukturelles Problem der Institution Kirche", so KDFB-Präsidentin Dr. Maria Flachsbarth. "Seit Jahrzehnten wurde und wird der Missbrauch vertuscht und somit den Opfern erneut Gewalt angetan. Der Missbrauch von Jungen und Mädchen durch Geistliche steht der Lehre Jesu Christi fundamental entgegen. Gebete, Bekundungen von Scham und Entschuldigungen von Seiten der Bischöfe sind ein erster Schritt, dem Unrecht zu begegnen, reichen aber bei Weitem nicht aus. Es ist höchste Zeit für konsequentes Handeln."

Die Kirche muss alles dafür tun, sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen, aber auch die sexualisierte Gewalt von Priestern und Ordensleuten gegenüber Frauen und Ordensfrauen in Zukunft zu verhindern, Delikte schonungslos aufzudecken und den Betroffenen beizustehen. "Es ist erschreckend, dass trotz der Diskussionen und trotz aller Betroffenheits-Bekundungen in den letzten Jahren der Missbrauch und die Vertuschung immer noch andauern. Wir erwarten von der Kirche, dass künftig jedem Hinweis auf Missbrauch nachgegangen und nachgewiesener Missbrauch durch kirchliche und staatliche Institutionen strafrechtlich verfolgt wird", betont Flachsbarth.

"Wir bestärken dabei die Bischöfe, die in ihren Diözesen eine weitergehende und unabhängige Aufklärung von Missbrauchsfällen angekündigt haben." . Darüber hinaus ist es notwendig, kirchliche Strukturen, die systematisch den Missbrauch begünstigen, zu identifizieren und zu ändern. "Dabei muss auch überprüft werden, welche Rolle die Priesterausbildung, der Zölibat, die Haltung der katholischen Kirche zur Sexualität und das in vielen Teilen des Klerus immer noch gestörte Verhältnis zu Frauen spielen", so Flachsbarth."Die Kirche hat durch den sexuellen Missbrauch massiv an Vertrauen verloren. Opfer haben ihren Glauben verloren und leiden oft ein Leben lang unter den Taten.

Die Kirche muss einen Neuanfang wagen, sich offen den Problemen stellen, die durch hierarchisches Denken und Klerikalismus verursacht werden. Sie muss endlich zu einer partnerschaftlichen Kirche werden, in der Priester und Laien, Männer und Frauen auf Augenhöhe zusammenarbeiten, damit sie wahrhaftig und authentisch Zeugnis geben von der Frohen Botschaft", ist Flachsbarth überzeugt.
(Text: Gabriele Klöckner)

Download der Pressemitteilung des KDFB zum sexuellen Missbrauch in der Kirche

Bildungsreferent/in gesucht

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) Diözesanverband Speyer e.V. sucht zum 1. Dezember 2018 oder später eine/n Bildungsreferent/in im Umfang einer 25%-Stelle.

Suchen Sie selber eine neue berufliche Herausforderung oder kennen Sie eine Person, die sich für diese Tätigkeit interessiert?

Wir erwarten Ihre Bewerbung bis 19.09.2018 per E-Mail an info(at)frauenbund-speyer.de

Die ausführliche Stellenausschreibung können Sie hier herunterladen:
Stellenausschreibung Bildungsreferent/in (pdf-Datei)

Die einfach andere Modenschau

Unter den Models waren auch KDFB-Mitglieder aktiv, so auch Anna Altinger vom Zweigverein Pax Christi Speyer.
Frau präsentiert blaues Kleid mit beigefarbenen und braunen Ornamenten

Keine Supermodels, sondern Schülerinnen des Edith-Stein-Gymnasiums in Speyer sowie einige engagierte Frauen standen auf dem Laufsteg der "einfach anderen Modenschau", die "ökologisch, fair, sozial" daherkam.

Die Veranstaltung im Friedrich-Spee-Haus in Speyer fand im Rahmen der ökumenischen Mitmachaktion "Trendsetter - Weltretter" für einen nachhaltigen Lebensstil in der Schöpfungszeit statt, bei der sich auch der Diözesanverband des Katholischen Deutschen Frauenbundes beteiligte. Der Blick in den eigenen Kleiderschrank offenbart wohl bei den meisten von uns, dass noch viel Nachholbedarf in Sachen ökologisch und fair gehandelter Kleidung besteht.

Die in Zusammenarbeit mit dem Weltladen Speyer präsentierte Herbstkollektion überzeugte die annähernd 100 BesucherInnen mit modischem Chic. Grund genug, auch im eigenen Kleiderschrank neue Wege zu gehen, lieferten die vielfältigen Infos des Abends. Ein Rap der Tanzgruppe des Edith-Stein-Gymnasiums forderte auf: "Schau hin, bevor du zugreifst!"

Den passenden Blick dazu öffnete Dr. Monika Bossung-Winkler, Referentin für globales Lernen im Bistum Speyer. Sie informierte über öko-faire Siegel, über die ausbeuterischen Arbeitsbedingungen der Näherinnen in den Niedriglohn-Ländern, das Gift in unserer Kleidung und die Weltreise einer Jeans, bevor sie mit einem Gewinn von ca 50 % für den Einzelhandel im Laden landet. Für die Näherinnen bleibt dabei nur 1 % des Preises.

Als hoffnungsvollen Ansatz nannte die Referentin das 2014 gegründete Textilbündnis. Dessen130 Mitglieder legen jährlich eine "Roadmap" vor, mit der sie geplante und umgesetzte Maßnahmen zur Verbesserung von Arbeitsbedingungen, fairen Löhnen und Umweltschutz beschreiben.

Astrid Waller, Geschäftsführerin des Diözesanverbands und Mitinitiatorin der Veranstaltung sieht den Beitrag des KDFB vor allem in der Vernetzung, der Bewusstseinsbildung und Öffentlichkeitsarbeit. Sie forderte die Frauen auf, nach fairer Mode zu fragen, denn es geht um den Beitrag jeder Einzelnen zu einem guten Leben für alle. So gab es natürlich auch die Gelegenheit, das ein oder andere Stück der vorgestellten Kollektion mit nach Hause zu nehmen.

Zum Weiterdenken und Mitmachen: Die ökumenische Aktion Trendsetter Weltretter

Unter dem Leitwort „Einfach anders konsumieren!“ laden das Bistum Speyer und die evangelische Landeskirche der Pfalz zusammen mit der ACK und der Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz dazu ein, in der sogenannten Schöpfungszeit Wege zu einem nachhaltigen Lebensstil auszuprobieren.

Wer sich zu der Aktion über die Internetseite www.trendsetter-weltretter.de anmeldet, erhält vom 2. bis 30. September täglich Impulse zu den Schwerpunktthemen Kleidung, Papier, Elektro und Plastik per Mail oder WhatsApp.

Teilnehmer*innen, die über ihre Erfahrung während des Aktionszeitraums berichten, gewinnen mit etwas Glück einen der nachhaltigen Preise.

KDFB-Diözesanverband begrüßt die Handreichung des Bistums Speyer

Lesen Sie hier die Stellungnahme des KDFB Diözesanverband Speyer vom 04.05.2018 zu einer Handreichung für wiederverheiratete Geschiedene, die das Bistum Speyer im April 2018 veröffentlicht hat: 

 

Der KDFB Diözesanverband hat mit Freude die Initiative des Bistums wahrgenommen, auf wiederverheiratete Geschiedene zuzugehen und sie zu seelsorgerlichen Gesprächen einzuladen, die einen Weg der Versöhnung mit der eigenen Ehegeschichte und der Kirche begleiten sollen.

Die Möglichkeit, in einem persönlichen Entscheidungsprozess auch die Frage nach dem Empfang der Sakramente beantworten zu können und zu dürfen, erscheint uns bahnbrechend.

Der KDFB Diözesanverband Speyer begrüßt dies als einen mutigen Aufbruch, der den Wunsch von Papst Franziskus, "die Augen vor Krisen und Zerbrechlichkeiten im Ehe- und Familienleben nicht zu verschließen und als Kirche auf die Menschen ehrlich und liebevoll zuzugehen" (Amoris laetitia) in unserem Bistum zur Wirklichkeit werden lassen kann.

Besonders danken möchten wir auch Herrn Bischof Dr. Wiesemann, der damit als einer der ersten deutschen Bischöfe einen solchen Schritt in seiner Diözese wagt.
Für den Vorstand: Monika Keggenhoff, Diözesanvorsitzende

 

Weitere Informationen auf der Internetseite des Bistums Speyer: zur Handreichung und weiteren Angeboten der Seelsorge im Bistum Speyer

Veranstaltung im Frühjahr 2018

Berufswunsch: katholische Priesterin

Podiumsgepräch mit der Theologin Jacqueline Straub und weiteren Gästen

 

Die Frage nach dem Zugang von Frauen zu den kirchlichen Weiheämtern beschäftigt uns immer wieder. Ist die Gestalt dieser Ämter sozusagen gottgewollt und unwandelbar, oder muss sie sich dem Wandel von Kirche und Gesellschaft anpassen, um selbst lebendig und glaubwürdig zu bleiben? Ist die Unteilbarkeit des kirchlichen Weiheamtes wirklich ein Grund dafür, dass Frauen nicht zu Diakoninnen geweiht werden können, oder lässt gerade diese Einheit den Schluss zu, dass alle Weiheämter für Frauen zugänglich sein müssen?

Gibt es - und gab es vielleicht schon immer - Frauen, die sich vorstellen können, das Priesteramt auszuüben?

Wir haben eine solche Frau bei uns zu Gast: Jacqueline Straub ist 29, katholische Theologin und spricht in aller Öffentlichkeit über ihre Berufung.

 

Wir laden Sie herzlich ein, am 4. Mai zu einem Podiumsgespräch nach Speyer zu kommen und bei einem konstruktiven Gespräch auch Ihre eigenen Erfahrungen und Vorstellungen „selbst-bewusst-offen“ mit einzubringen.

 

Weitere Informationen: Handzettel "Berufswunsch: katholische Priesterin" (pdf-Datei)

Diözesanvorstand um weitere Ämter neu besetzt

In der Delegiertenversammlung des KDFB Diözesanverbands Speyer am 1. April 2017 wurde der Diözesanvorstand um zwei bisher vakante Ämter ergänzt. Mit Regina Mendel hat der Diözesanverband nun eine stellvertretende Vorsitzende und mit Elisabeth Reis eine Schatzmeisterin und kann gut gestärkt den Prozess Zukunftswerkstatt weiter vorantreiben.

Delegierte bzw. Ersatzdelegierte sind Marcella Hien, Hildegard Kraus, Anna Altinger und Elisabeth Reis für den Bundesverband und Christa Müller, Maria Kern, Antonia Heilmann und Regina Mendel für den Landesverband.

Auch für die Vertretung im Katholikenrat, Familienbund und im Frauenforum fanden sich interessierte Frauen, die in diesen Gremien zukünftig die Stimme des KDFB erheben.

Sabine Slawik, Vizepräsidentin des KDFB Bundesverbands (2. von rechts) und Diözesanvorsitzende Monika Keggenhoff (4. von rechts) mit den neu gewählten Frauen im Diözesanvorstand und in den Delegationen: Marcella Hien, Maria Kern, Anna Altinger, Schatzmeisterin Elisabeth Reis, Antonia Heilmann, Christa Müller, Hildegard Kraus und die stellvertretende Diözesanvorsitzende Regina Mendel (von links nach rechts).
Gruppenbild mit Frauen vor einem Logo des Katholischen Deutschen Frauenbundes