13.02.2020

KDFB zum Nachsynodalen Schreiben „Querida Amazonia“

PressemeldungBundesverbandThumbnail

Köln, 13.02.2020 – Der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) bezeichnet das Schreiben „Querida Amazonia“ (geliebtes Amazonien) von Papst Franziskus in weiten Teilen als ein starkes Dokument. Gleichzeitig äußert der Verband Enttäuschung und Unverständnis zu Aussagen über Frauen in der Kirche.

„Papst Franziskus weist einmal mehr auf den unauflöslichen Zusammenhang von Ökonomie, Ökologie und sozialer Gerechtigkeit hin. Er prangert Umweltzerstörung und Migration an, die durch die Zerstörung dieses Lebensraums erzwungen werden“, erklärt KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth. „Wir sind dankbar, dass er ein vehementer Verteidiger der Menschen- rechte ist. Er stellt unmissverständlich fest, dass es eine Frage der Gerechtigkeit ist, die Stimme der indigenen Völker zu hören, damit sie das „buen vivir“ – das ‚Gute Leben‘ – ver- wirklichen können“, so Flachsbarth. Das Schreiben ist ihrer Meinung nach auch eine ein- dringliche Anfrage an den westlichen Lebensstil und die internationalen ökonomischen Bezie- hungen.

Kritisch äußert sich der KDFB zu den Aussagen über die Rolle von Frauen in der Kirche. „Die diesbezüglichen Aussagen des Papstes sind ausgesprochen paternalistisch und enttäu- schend. Einmal mehr gilt für seine Ausführungen über ihre Rolle in der Kirche des Amazo- nasgebiets ein „Loben statt Weihen“, stellt Maria Flachsbarth fest. Papst Franziskus erkennt an, dass Frauen manchmal „jahrhundertelang die Kirche an diesen Orten mit bewunderns- werter Hingabe und leidenschaftlichem Glauben aufrechterhielten“. Dennoch prognostiziert er, dass die Zulassung von Frauen zur Weihe „auf eine Klerikalisierung der Frauen hinlenken und den großen Wert dessen, was sie schon gegeben haben, schmälern“ würde.

Für den KDFB unverständlich ist, dass diese Furcht nicht auch die Männer betrifft. Die ge- teilte geistliche und sakramentale Verantwortung von Männern und Frauen wäre ein starkes Zeichen für die Erneuerungskraft der Kirche gewesen. Einmal mehr wurde jetzt eine Chance verpasst.

Dazu Maria Flachsbarth: „Schade – die Zeichen der Zeit werden immer noch nicht ausrei- chend beachtet. Warum ist das Aufrechterhalten des Zölibats wichtiger als die Sehnsucht der Gläubigen, regelmäßig die Eucharistie zu empfangen? Warum können berufene Frauen nicht mit der gleichen Sendung und Autorität das Evangelium verkünden und die Sakramente spenden wie berufene Männer? Als gläubige Christinnen werden wir nicht aufhören, dafür zu beten und zu arbeiten – für eine zukunftsfähige Kirche, in der Frauen unwiderruflich und gleichberechtigt mitwirken.“

Ute Hücker
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit