Frauen zu Diakoninnen weihen – Zeichen der Zeit erkennen und handeln

Aktion #frauendiakonatjetzt am 29. April

Bonn/Düsseldorf/Köln, 27.04.2020 – Zum diesjährigen Tag der Diakonin am 29. April bekräftigen der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB), die Katholi- sche Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), das Netzwerk Diakonat der Frau und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) erneut ihre Forderung zur Öffnung des sakramentalen Diakonats für Frauen. Sie betonen, dass diako- nisches Handeln zu den Wesensmerkmalen der Kirche gehört und nicht an ein Geschlecht gebunden ist. Frauen und Männer sind als Getaufte und Gefirmte in gleicher Weise berufen, den Dienst am Nächsten zu verwirklichen.

Die Verbände und Organisationen rufen am 29. April zu einer gemeinsamen Aktion in den sozialen Medien unter dem Hashtag #frauendiakonatjetzt auf, da die zentrale Veranstaltung zum Tag der Diakonin in München aufgrund der Corona-Krise abge- sagt werden musste. Frauen und Männer sind eingeladen, sich am 29. April auf Fa- cebook, Twitter und Instagram mit ihrer Forderung zur Einführung des sakramentalen Diakonats zu äußern. Dazu stehen auf den Webseiten von KDFB, kfd, Netzwerk Dia- konat der Frau und ZdK Informationen, Downloads und Anregungen zur Verfügung.

Die Vorsitzenden Maria Flachsbarth (KDFB), Mechthild Heil (kfd), Irmentraud Ko- busch (Netzwerk Diakonat der Frau) und Thomas Sternberg (ZdK) stellen zum dies- jährigen Tag der Diakonin fest: „Frauen halten das soziale und mitmenschliche Leben aufrecht. Das zeigt sich gerade eindrücklich in der Corona-Krise. Ihr diakonischer Dienst an ihren Nächsten in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Hospizen oder Obdachloseneinrichtungen zeugt von Begeisterung, großer Kraft und Liebe zu den Menschen – nicht nur jetzt, sondern seit vielen Jahrzehnten. Fakt ist: Frauen verlei- hen der Botschaft Jesu Christi auf vielfältige Weise Gesicht, Hand und Fuß. Deshalb sollten sie zu Diakoninnen geweiht werden können, denn sie wirken als authentische Glaubenszeuginnen in einer lebendigen Kirche.“

Ihrer Meinung nach geht es endlich und unmissverständlich darum, die Zeichen der Zeit zu erkennen und den Frauendiakonat dort zu ermöglichen, wo er notwendig und gewollt ist. Das bedeutet, nicht passiv auf weltkirchliche Entscheidungen zu warten, sondern das Hier und Jetzt im eigenen Land als Maßstab für Veränderungen zu nehmen. „Wir befinden uns auf einem Synodalen Weg, hin zu einer zukunftsfähigen

und glaubwürdigen Kirche. Dazu sind Veränderungen nötig, damit die Kirche auch heute bei den Menschen ist und sich Gleichberechtigung entfalten kann. Die Öffnung des sakramentalen Diakonats für Frauen ist überfällig“, lautet das Fazit der Verant- wortlichen von KDFB, kfd, Netzwerk Diakonat der Frau und ZdK.

Die kürzlich von Papst Franziskus eingesetzte Kommission zur Prüfung des Diako- nats der Frau bewerten die Organisationen als Hinweis darauf, dass der Papst diese Frage nach dem nicht eindeutigen Ergebnis der von 2016 bis 2019 eingesetzten ers- ten Kommission weiterhin für offen hält. „Es gibt zahlreiche fundierte Informationen über Diakoninnen und ihr Wirken in der frühen Kirche. Daran könnte die Kirche heute anknüpfen und glaubwürdig Antwort geben auf die Zeichen der Zeit“, so die Vorsitzenden.

Bereits 2017 hatten die Organisationen in einem Statement anlässlich des 20-jähri- gen Bestehens des Tags der Diakonin am 29. April, dem Gedenktag der Heiligen Ka- tharina von Siena, klargestellt: „Wenn die katholische Kirche in Deutschland glaub- würdig und zukunftsfähig sein will, dann ist es dringend erforderlich, Frauen in die kirchliche Ämterstruktur einzubeziehen und die Diakonatsweihe für Frauen einzufüh- ren. Es wird die Kirche stärken, wenn der sakramentale Diakonat beiden Geschlech- tern offensteht.“

Ute Hücker
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit