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Frauen bewegten sich in Neustadt

Frauen bewegten sich in Neustadt

KDFB Speyer und Mainz eröffneten gemeinsam bundesweite Kampagne mit buntem Programm

Neustadt. Nicht zufällig hatte sich der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) für die Eröffnung seiner bundesweiten Kampagne „bewegen!“ den Weltfrauentag ausgewählt. An diesem 8. März stellte der KDFB nachdrückliche Forderungen zur Verwirklichung von Frauenrechten in Gesellschaft, Politik und Kirche.

Der Diözesanverband Speyer hatte sich für dieses Ereignis zusammengeschlossen mit dem Mainzer Verband, um so die räumliche Weite, aber auch die Bedeutung der Aktion zu unterstreichen.

Mit dem Motto „bewegen!“ umgreift der KDFB die fünf Themenfelder Glaube, Frauensolidarität, Lohngerechtigkeit, Weihe und Verantwortung.

Mit über 120 Teilnehmerinnen, darunter allein 54 Frauen, die mit dem Bus aus der Diözese Mainz kamen, war der große Saal des Gemeindezentrums St. Bernhard in Neustadt gut gefüllt. Den Beginn der Veranstaltung übernahm „Frau Seibold“, im realen Leben die evangelische Theologin Dr. Gisela Matthiae aus dem hessischen Gelnhausen. Mit ihrem clownesken Kabarett sprach sie vor allem das Thema „Frauen in der Kirche“ an und integrierte dabei etliche der Besucherinnen persönlich. Da hörte man dann Antworten wie: „Ich wünsche mir, dass in der Kirche nicht immer noch so viel unter den Teppich gekehrt wird.“

Die KDFB-Vorsitzende aus Speyer, Monika Keggenhoff, und die zweite Vorsitzende des Diözesanverbandes Mainz, Kerstin Vogl, wechselten sich ab in der Moderation des darauffolgenden Programmblocks „Limericks“. Da trugen dann Repräsentantinnen aus den verschiedenen Zweigvereinen ihre jeweiligen Gedanken in Reimform vor.

Ein Beispiel: „Frauenbund, wie man ihn kennt, engagiert mit viel Talent. Und wer denkt, wir sind von Nutzen grade mal zum Kirchenputzen, hat die Zukunft schon verpennt.“

Ein tatsächlich körperliches „bewegen!“ ging wie ein Ruck durch die Frauenreihen beim Loslassen von 99 Luftballons, akustisch untermalt vom entsprechenden Nena-Song. Da war denn auch minutenlang kein Halten mehr bei den Frauen jeder Altersstufe. Alle konnten spätestens jetzt spüren: Hier ist Aufbruch, ansteckende Bewegung.

Während der anschließenden Kaffeerunde bestand für die Teilnehmerinnen Gelegenheit zum Gespräch, zum Gestalten von Puzzle-Teilen, die im späteren Gottesdienst noch eine Rolle spielen sollten, zum Drehen am Glücksrad und zum Erwerb von Solibrot aus Ludwigshafen.

Der geistliche Impuls in der Kirche stand dann ganz im Zeichen des Puzzles. Die geistliche Begleiterin des KDFB Speyer, Ulrike Groß, spannte den Bogen zum Verband: Jedes einzelne Teil gäbe dem anderen Teil Halt, sei aber auch unverzichtbar für das Gesamtbild. Den im Altarraum gezeigten Puzzle-Ausschnitt bezeichnete Groß als „Endlos-Puzzle“ und merkte durchaus selbstkritisch an, dass dem KDFB sicher noch weiteres Wachstum guttäte.

Zum Abschluss des Tages konnten die Frauen entweder an einer „Nachtwächterführung“ durch die Innenstadt teilnehmen oder einen Film im Roxy-Kino über die Geschichte von Frauen, die 1968 bei der Firma Ford für Lohngerechtigkeit kämpften, ansehen. FJW

Meldung im Pilger Ausgabe 11/2019


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