Projekte
Partnerschaft Nordirland
1976 besuchten zwei Vertreterinnen der nordirischen Friedenbewegung "Peace People" verschiedene Gruppierungen des Evangelischen und Katholischen Frauenbundes in Deutschland. In gemeinsamen Gottesdiensten wurde für Nordirland gebetet und auf Kundgebungen über die politische Situation informiert. Ein Jahr später startete mit einem Besuch irischer Jugendlicher in der Pfalz die Partnerschaft Nordirland. Zusammen mit evangelischen und katholischen Jugendverbänden wurden in den folgenden Jahren viele Begegnungen in Deutschland und Nordirland veranstaltet. Ab 1982 richtete sich die Zusammenarbeit auf die Unterstützung des "Lagan College" in Belfast. Aus bescheidenen Anfängen, mit 28 Schülerinnen, entstand eine integrierende Schule für katholische und protestantische Kinder. Die Zusammenführung von Kindern aus diesen beiden Lagern und ihre gemeinsame Erziehung ist ein entscheidender Schritt zu gegenseitigem Verstehen und friedlichem Miteinander. Die Schule wuchs, und 1991 war der Diözesanverband Speyer Gast bei der Einweihung des neuen Schulgebäudes. 1996 wurden bei Ausschreitungen 2 katholische Schulen in Belfast zerstört. An der St. Mary's Primary School unterrichte eine der Partnerinnen des KDFB. Spontan sendete der Diözesanverband ein Solidaritätsschreiben und gab Hilfe zum Wiederaufbau.
Partnerschaft mit Familienfrauen aus Ruanda
Durch die Vermittlung von Bischof Thadee Ntihinyurwa, damals Bischof von Cyangugu, kam 1986 eine Partnerschaft zwischen den Frauen einer Familiengruppe, der A.G.I. - Agisiyo Gatolika Y'Ingo - Action Catholique des Familles - aus Cyangugu (Ruanda) und dem Diözesanverband Speyer zustande. Briefe und Fotos wurden ausgetauscht. Der Diözesanverband Speyer versuchte, durch finanzielle Hilfe ein gemeinsames landwirtschaftliches Projekt der Partnerinnen auf den Weg zu bringen. In diesem armen Land ist die Grundversorgung der Bevölkerung auf die kleinbäuerliche Landwirtschaft, in der vor allem die Frauen arbeiten, dringend angewiesen. So setzte man große Hoffnung auf ein Ziegenzucht-Programm. Die Partnerschaft wurde von Abbé Ndorimana gestützt und mit Briefen begleitet. Abbé Ndorimana weilte von Herbst 1989 bis Ende 1993 zu Studienzwecken in Rom. Im Oktober 1991 kam er nach Speyer, um sich mit einer Gruppe des KDFB zu treffen, auch, um die zeitweilig ins Stocken geratene Partnerschaft wieder zu beleben. Das Band wurde erneut durch den fürchterlichen Bürgerkrieg 1994 in Ruanda zerschnitten. Im September 2000 war Abbé Aphrodise Kaberuka zu Gast in Speyer, um über das Leben der Menschen in Ruanda, insbesondere der Frauen, zu berichten.
Partnerschaft mit Frauen aus Nazareth
Die jüngste Partnerschaft nahm 1994 ihren Anfang, als arabische und jüdische Frauen aus Israel auf Einladung des BDKJ im Bistum Speyer weilten. Repräsentantinnen des Frauenpädagogischen Zentrums "Al Tufula" in Nazareth und des Frauenzentrums "Isha I'lsha" in Haifa lernten deutsche Frauenprojekte kennen. Ein Jahr später trafen Frauen des KDFB und des BDKJ jüdische und palästinensische Frauen in Israel und in den besetzten Gebieten. Als Gäste in palästinensischen Familien von Nazareth konnten die deutschen Frauen sich besonders gut über die Lage der palästinensischen Bevölkerung und das Projekt "Al Tufula" (arabisch "Kindheit") in Nazareth informieren. Dort wurden seit 1984 Programme zur frühkindlichen Erziehung, eine Erzieherinnenausbildung sowie spezifische Erziehungs- und Kulturprogramme für Frauen entwickelt. Gerade die Palästinenserinnen müssen mit vielen Schwierigkeiten durch die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen fertig werden. Dazu leistet das Zentrum wesentliche Hilfe.

