"Frauenhaus - Zuflucht für Frauen und Kinder aus gewaltgeprägten Lebenslagen"
18 TeilnehmerInnen kamen auf Einladung des AK Ehe, Familie und Beruf ins Pfarrzentrum St. Pius in Neustadt um sich über dieses Thema zu informieren. Die Referentin Ingrid Homeier, die seit 14 Jahren das Frauenhaus Neustadt leitet, sprach im ersten Teil über Gewalt in engen sozialen Beziehungen. Die häusliche Gewalt geht zu fast 100% von Männern aus.
Dabei geht es um physische und psychische, sexuelle und sexualierende, ökonomische und soziale Gewalt.
Es wurde deutlich gemacht, dass das größte Gesundheitsrisiko weltweit die Gewalt ist. Die Auswirkungen sind körperliche Schäden, Krankheit, psychische und psychosomatische Schäden.
Im zweiten Teil ging die Referentin auf Hilfen für Gewaltopfer ein.
Im ganzen Land gibt es die Beratungsstellen für Frauen, die Interventionsstellen und insgesamt 17 Frauenhäuser.
Wenn eine Frau mit ihren Kindern dort Schutz sucht, geht die Vermittlung über die Beratungs- oder Interventionsstelle und besonders in Not- und Akutfällen - auch nachts - über die Polizei. Die Telefonnummer der Frauenhäuser ist bekannt, nicht aber die Adresse. So sind die Frauen vor dem Gewalttäter geschützt.
Im Frauenhaus leben sie mit anderen Frauen und Kindern in einer Wohngemeinschaft. Bis auf einige Regeln bestimmen sie ihr Leben und ihren Alltag selbst. Die Mitarbeiterinnen unterstützen und beraten sie bei allen anstehenden Fragen. Welche Rechte als Frau und Mutter habe ich? Wo und wie bekomme ich finanzielle Hilfe, eine Wohnung? Und – wichtig für Ausländerinnen: Wie sichere ich meinen Aufenthalt in Deutschland?
Sehr viele Frauen suchen diese Hilfe aus unterschiedlichen Gründen leider nicht.
Die Umwelt der gewaltbedrängten Frauen kann helfen durch Aufmerksamkeit den Folgen von Gewalt gegenüber: Betroffene offen ansprechen, denn diese offenbaren sich aus Scham oft nicht. Hilfen aufzeigen, Mut machen, diese anzunehmen. Eventuell erste Kontakte herstellen oder zu Beratungsstellen begleiten.
„In vino sanitas“
Im Wein liegt Gesundheit – das erfuhren praktisch und theoretisch die Teilnehmerinnen der Informationstage des VerbraucherService unter der Leitung von Christine Krieg, Gesundheitspädagogin.
Laut historischen Schriften wurde Wein bereits vor 8000 Jahren kultiviert, aber auch die Therapie mit „Medizinweinen“ (Weine durch einzelne Arznei- bzw. Heilpflanzen verstärkt) ist um die 5000 Jahre alt.
Noch bis ins 19. Jahrhundert stand als Heilmittel an der Spitze aller ärztlichen Verordnungen der Wein.
Nach diversen aktuellen wissenschaftlichen Studien ist ein moderater und regelmäßiger Weingenuss auch heute noch als Gesundheitsfaktor zu bewerten. Vor allem die Polyphenole (das Immunsystem des Weinstocks) haben hier die vielfältigsten positiven Wirkungen. Das sind beispielsweise: die Erhöhung der Durchblutung, die Anregung des Calciumstoffwechsels, die Anregung der Nierentätigkeit und die Senkung der Blutfette
Das Wort „moderat“ ist sehr subjektiv interpretierbar – grade bei uns in der Pfalz J. Man geht von einem gesundheitsfördernden Effekt aus, wenn eine gewisse Alkoholmenge pro Tag nicht überschritten wird.
Bei einem mittelschweren Wein entspricht dies, je nach Körpergröße/-gewicht, ca. 250ml Wein bei weiblichen und 350 ml Wein bei männlichen Personen pro Tag.
Die 3 „vino sanitas“ – Genuss -Regeln:
- Zu jedem Essen ein kleines (!) Gläschen Wein
- Tagsüber eher Weißweine, abends die roten und schwereren
- Jeden Tag ein bisschen ist besser als einmal viel
Bei dem Seminar hatten die Teilnehmerinnen auch die Gelegenheit selbst in den mittelalterlichen Beruf des Weinwürzers zu schnuppern.
Unter Verwendung verschiedener Kräuter und Gewürze wurden Weinrezepte der Heiligen Hildegard von Bingen gemeinsam zubereitet und verkostet. Am Ende waren die Frauen sicher, dass der eine oder andere „Gesundheitswein“ in die Hausapotheke wandern wird.

